Lemminge - Ein Steckbrief

Heimat und Verbreitungsgebiet

Lemminge, auch als Steppenlemminge bekannt, sind eine Unterart der Wühlmäuse. Beheimatet ist der Lemming sowohl in West- als auch in Zentralasien. Auf die niedlichen Tiere treffen kann man vom Osten der Ukraine bis ins östliche Kasachstan, wobei die meisten Steppenlemminge in Kasachstan anzutreffen sind. Hier leben teilweise 30-50 Lemminge auf einem Hektar Land. Sie besiedeln Steppen und Halbwüsten, aber auch Felder und Viehweiden.

Aussehen

Lemminge erreichen eine Größe bis zu 15 cm. Mit einem Gewicht von 110 g wiegt sie weniger als ein ausgewachsener Goldhamster. Ein besonderes Merkmal für den Steppenlemming ist sein dichtes Fell, welches bis zum Schwanz reicht. Dieser ist behaart und weist eine Länge von 10-15 mm auf. In Bezug auf die Fellfarbe gibt es große Unterschiede. Je nach Herkunftsgebiet hat der Lemming eine hellgraue bis graubraune Rückenfärbung. Vom Aussehen her ähneln diese Tiere recht stark dem Chinesischen Streifenhamster, denn auch sie haben einen lang gestreckten, walzenförmigen Körper. Allerdings haben Lemminge im Vergleich zum Hamster kleine Ohren und einen kurzen Schwanz.

Fortpflanzung und Zucht

Steppenlemminge sind sehr fortpflanzungsfreudig. Schwangere Weibchen werfen nach einer Tragzeit von ca. 20 Tagen 6-8 Jungtiere. Diese wiegen bei ihrer Geburt kaum mehr als 1 Gramm. In ihren ersten Lebenstagen entwickeln sie sich allerdings sehr schnell und sind bereits nach 10-13 Tagen dazu im Stande, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Die Geschlechtsreife erreichen sie mit knapp vier Wochen.

Lebenserwartung

Die übliche Lebenserwartung liegt bei Lemmingen bei zwei Jahren.

Futter

Der Lemming ernährt sich vorwiegend von Pflanzen. In ihrem natürlichen Lebensraum fressen sie Gräser, Knollen, Steppenkräuter und Wurzeln. Lemminge, die in der Nähe von Kulturflächen leben, ernähren sich außerdem von Getreide und Saaten, weshalb sie in Kasachstan als Schädlinge gelten.

Steppenlemminge verzehren ihre ganze Nahrung nicht sofort, sondern legen sich in ihrem Bau einen Vorrat für den Winter an. Da die Tiere zu Diabetes neigen, müssen einige Dinge bei der Ernährung von Lemmingen beachtet werden.

Haltung

Der Lemming ist in der Heimtierhaltung noch nicht so weit verbreitet und stellt auch einige Anforderungen an seine Umgebung. Da sie als sehr flinke Tiere gelten, sollten beim Gehege die Mindestmaße von 100 x 40 x 50 cm (L x B x H) für zwei Tiere nicht unterschritten werden. Im Gegensatz zu Hamstern sind Lemminge keine Einzelgänger. In einer Gruppe fühlen sie sich viel wohler. Als sehr geselliges und soziales Tier mag der Lemming gerne Artgenossen in seiner Umgebung. Je nachdem, wie viele Tiere man in einem Käfig hält, müssen die Mindestmaße angepasst werden. Neben einem zu kleinen Käfig kann man den Tieren auch mit einem zu großen Gehege schaden. Denn dann kommt es zu Revierkämpfen, die nicht selten blutig enden.

Die komplette Einstreu des Käfigs muss nur alle 3-4 Wochen gewechselt werden. Die Tiere selbst sollte man hingegen täglich beobachten, um merkwürdige Verhaltensweisen, die auf eine Krankheit hindeuten könnten, sofort zu bemerken und handeln zu können.

Verhalten und Besonderheiten

Lemminge gelten als sehr gesellige Tiere, weshalb sie mindestens paarweise oder in Gruppen von 4-6 Tieren gehalten werden sollten. Steppenlemminge haben ein sehr empfindliches Gehör. Das kommt ihnen in der freien Wildnis zugute. Schließlich können sie herannahende Fressfeinde sofort wahrnehmen und sich vor diesen schützen. Etwas weniger stark ausgeprägt ist ihr Sehsinn. Zwar haben Lemminge durch ihre seitlich angebrachten Augen einen guten Rundum-Blick, jedoch kein räumliches Sehvermögen. Der Lemming nimmt hauptsächlich Veränderungen in der Helligkeit sowie Bewegungen wahr. Außerdem können sie Höhen schlecht einschätzen, was bei der Auswahl des Käfigs beachtet werden muss.

Untereinander verständigen sich Steppenlemminge über den Geruchssinn, indem sie gezielt Duftspuren ausbringen. Bei ihnen hat jede Familie und jedes Familienmitglied einen ganz speziellen Geruch, was es den Tieren ermöglicht, sich wiederzuerkennen.
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